<<<Vorwort
„Die Geburtsstunde“
Am 4. April 1909 wurde eine Geburt gemeldet. Es handelte sich um einen gesunden,
und wie es aussah auch kräftigen Sportverein. Dieses wurde von dem Vater, Herrn
Paul Keilig hocherfreut mitgeteilt. Auch der Name stand schon fest:
„Sportliche Verbindung Tempelhof“! Ja so begann es, vor 100 Jahren fanden sich
junge Menschen um Paul Keilig zusammen um gemeinsam Sport zu treiben. Dies
geschah zu einer Zeit, in der man über sportliche Betätigungen - und speziell
über Fußball - noch die Nase rümpfte.
Leider gibt es von den ersten Jahren kaum Aufzeichnungen über sportliche Erfolge oder Misserfolge. Es ist lediglich überliefert, das auf dem so genannten „Tempelhofer
Feld“(dem jetzigen Flughafen Tempelhof) Fußball gespielt wurde. Zu jener Zeit gab es kaum Fußballplätze. So mussten vor jedem Spiel an dieser Stelle die Fußballfelder
(inklusive Torpfosten und Querlatte) von beiden Mannschaften auf- und auch wieder abgebaut werden. Erste Ergebnisse sind aus dem November 1914 bekannt. Man gewann
mit der 1.Herren gegen Minerva 93 mit 4:0, die 2.Herren besiegte ebenfalls Minerva 93
mit 4:2.Zu dieser Zeit wurden allerdings nur Freundschaftsspiele ausgetragen.
Am 1.12.1914 wurde der SV Tempelhof mit 84 Mitgliedern in den VBB aufgenommen
und der 1.Klasse-Südkreis zugeordnet.
Noch im gleichen Jahr musste der Ball schon wieder ruhen. Der erste Weltkrieg rief
die jungen Männer zu den Waffen.
Die goldenen“ 20er
Der Neuaufbau nach 1918 war für die Menschen und Sportvereine sehr schwer. Die
SV Tempelhof hatte es besonders schwer, und so entschloss man sich im Jahre 1925
zu einer Fusion mit der erst 6 Jahre vorher gegründeten “ Vereinigung der Nordsterngesellschaften“(Gründungsdatum 1.April 1919).
Wieder war es Herr Paul Keilig der diesen Zusammenschluss vorantrieb.
Der Verein nannte sich von nun an „Sportliche Vereinigung Süden 09“!
Als Vereinsfarben wurde „Grün-Gold“ gewählt. Was für eine prächtige Zusammen-
stellung. Mit diesem Namen und den Vereinsfarben wurde man bekannt. Nicht nur
in Berlin oder der Mark Brandenburg, nein auch im Ruhrgebiet, und zwar in Essen.
Die erste große Reise führte zum großen Sportfest von TUSEM Essen und dort wurde
die SpVgg Süden 09 als Turniersieger mit einem Pokal belohnt.
Zu jener Zeit fing unser Verein an zu wachsen. Es wurde nun neben Fußball auch
Hockey, Turnen, Leichtathletik und Handball betrieben.
„Die ersten sportlichen Erfolge in den 30ern“
1930 war ein besonderes Jahr, denn für die „09er“ versuchten sich auch erstmals
die Damen mit Erfolg im Hockey. Sie wurden zu einem Begriff und bei vielen Vereinen
ein gern gesehener Gast.
Leider ohne Namen
Für die Fußballer wurde die Saison 1935/36 zum ganz großen Erfolg. Man wurde
Klassenmeister und schaffte somit zum ersten Mal in der Vereingeschichte den Aufstieg!
Ein vergilbtes Mannschaftsfoto aus dem Vereinsalbum erinnert an diesen denkwürdigen
Tag.
1. Herren 1935/36 – Kreisklassenmeister – Südkreis!
v.l.: Sydow, Milbrandt, Neumann, Kurzawa, Fabritz, Boberg, Irrgang,
Bransky, Brückner, Krems, Arndt.
Als Aufsteiger belegte man einen guten 8.Tabellenplatz und sicherte sich somit den
Klassenerhalt in der 1.Klasse. Für die Saison 1937/38 wurde die Mannschaft dem Ostkreis,
1. Klasse Abt. B zugeteilt und belegte Rang 6 in der Tabelle. Gegner waren u.a. SV Shell,
BC Rüdersdorf und Hertha Weißensee.
Die Saison 1938/39 beendete unser Verein in der 2. Kreisklasse, West als Achter.
In der Ferne wurde es am europäischen Himmel immer dunkler! Der II. Weltkrieg …
Nach Kriegsende 1945 waren durch alliierten Beschluss Vereine aller Art verboten. So erging es den „09ern“ wie allen anderen Vereinen. Man muss natürlich auch erwähnen, dass die Menschen zu dieser Zeit verständlicher Weise auch andere Sorgen hatte.
Die schweren 50er, Aufbruchstimmung in den 60ern >>>